20110625

#174 mit nikola lutz, erster abend des halbzeit-festivals im gollenholz, seracher strasse 219

eine trocken-intime atmosphäre unterm waldsegel, als zuhörer eine freundin von nikola, mein schwager, meine schwester, meine mutter, zwei nachbarn, der unermüdliche wolfgang, auch aus serach, der mensch, der bisher die allermeisten marathon-konzerte gehört hat.
wir haben schon bevor es losgeht, alle zusammen am lagerfeuer gesessen, ein paar oliven schnabuliert, ein gläschen weisswein...

vielleicht merkt man das wirklich, dass das schon das dritte  marathon-konzert mit nikola lutz ist.  eine gewisse vertrautheit. nikola spielt farbenreicher als ich es je von ihr gehört habe. sehr differenziert. ich bleibe der langsame, das urgestein, meine gesänge rekrutiern sich heute aus einem räuspern, das saxophon imitiert meta-oder mega-vögel, die in der folge zu röhrenden hirschen, elefanten und dann zu noch grösseren tiere, gar ungeheuern mutieren.

der vortrag ist dicht, fast ohne unterbrechungen. die erste kommt, als ich nicht mehr singen kann, als mir die puste ausgeht. ich singe, ich spreche, ich krächze, immer im singenden fluss. bevor eine pause entstehen könnte, wechsle ich nahtlos ans cello, auf der partitur steht wohl < so schräg als nur möglich>,< bleibe dennoch im atem>, <verlangsame alles unmerklich>.
nikola pendelt über allem mit grossen trillern, dann solistisch mit stakkatos,
ich unterlege mit repetitiven strukturen, mir fällt nichts mehr ein. ein echter grund für eine pause, denn toppen geht hier nicht. ich bin viel zu erschöpft für solche <musikalischen lösungen>. 

tierisch-brüllende laute vom saxophon. sehr eindrucksvoll. 

hoher gesang und leichtes cello, nikola gleicht sich an, wird  leiser. das tut dieser passage gut, führt in ein solo, zu dem nikola sparsam etwas perkussives macht. dann verschmelzen stimme und saxophon für einmal recht eng.  ein monotones gegurre, zungen-r-laute, klangmodifikationen mit der hand vor dem mund, jetzt hört man sogar die vögel im wald zwischen dem klappern der saxophon-klappen. ich erweitere mit flöte und stimme: es ist die stelle, an der ich laut nachbar bobby einen rhythmus, dem ich kurz verfalle, hätte weiterführen sollen. bobby, der noch nie improvisierte musik gehört hat, beschreibt im gespräch hinterher diese rhythmische passage als besonders herausragend.

eine neue stimmung: schmatzend und hauchend. das schönste aber ist wieder, dass man die vögel durchhört, die sich einen feuchten dreck um unsere musik scheren.  es ist der luftigste, leichteste, freieste, verträumteste teil des konzertes. die spannung bricht dennoch nicht ein und vor allem: das publikum bleibt ruhig.

knapp 30 minuten. das soll für heute genügen...

dafür gibt es das schlaglicht #12, das 14-tägige interview von nikola lutz: davon später, in der dokumentation über das marathon-jahr, die, sei es nun als film, sei es als buch, sei es als <the best out of marathon...>vielleicht irgendwann vorliegt. nein, in rosenheim ist der marathon bis jetzt leider nicht gewesen.











roland graeter
+49 178 1364746
roland.graeter@gmx.net
musikmarathon.com
vimeo.com/9573170
http://www.pix-o-rama.de/2011/05/05/auszug-aus-dem-musik-marathon-2011/.
http://sendbigfile.net/download.php?sid=hRz9iWnq

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